Postkarten aus Brünn während der k.u.k. Zeit | Nakladatelství Josef Filip, zal. 1938
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Postkarten aus Brünn während der k.u.k. Zeit

Es ist das siebzehnte Buch mit historischen Postkarten und Fotografien erschienen, welche die Atmosphäre des Ersten Weltkriegs in der Stadt einfangen.
Kompletter Artikel... Erschienen am 21.02.2007

Brünn - In die Zeit der Monarchie und des Ersten Weltkriegs in Brünn entführt der Band mit alten Fotografien und Postkarten. Das Buch mit dem Untertitel „Das Militär in Brünn" beschreibt die Atmosphäre der Österreichisch-ungarischen Monarchie in den städtischen Kasernen, Lazaretts und Barackenkrankenhäusern.

Ein anderes Gesicht des Krieges

Im neuen Buch erscheinen die Gesichter der Soldaten, Befehlshaber, behandelnden Schwestern, und Sie sehen oftmals nicht mehr vorhandene Gebäude und Plätze. „Wir wollen unsere Editionsreihe bereichern, die sich bisher mit den alten Postkarten aus den jeweiligen Stadtteilen von Brünn befassten," sagte der Verleger Vladimír Filip. Das neue Buch aus seiner Produktion ist schon der siebzehnte Band in dieser einzigartigen Reihe. Auch das vorangegangene Buch hatte das Militär in der Stadt Brünn zum Thema. Dieser Teil konzentrierte sich dabei besonders auf die Kasernen, Kadettenschulen und militärischen Feiern während der letzten Jahre von Österreich-Ungarn. „Der aktuelle Band widmet sich der Zeit während des Ersten Weltkriegs," fügte Filip zur Publikation hinzu, in welcher die Brünner provisorischen Lazaretts oder Sammelaktionen zur Unterstützung der Witwen, Waisen oder vernachlässigten Kinder im Mittelpunkt stehen.

Fotografien anstelle von Postkarten
Wie der Sammler und Verleger Filip betont, umfasst das Bildmaterial neben den klassischen Postkarten im wesentlichen Fotografien, die damals anstelle der Postkarten verschickt wurden. Dies ist dem Verleger zufolge eine sehr interessante Erscheinung, die im besonderen der Erste Weltkrieg mit sich brachte. Insgesamt wurden jetzt 157 Aufnahmen abgedruckt. „Die Mehrzahl stammt aus meinen Sammlungen oder vom Sammler und Freund der Militärgeschichte Vlastimil Schildberger," ergänzte Filip. Es wurde derart viel Bildmaterial zusammengetragen, dass noch ein weiterer Band mit Ansichten von Brünn während des Ersten Weltkriegs erscheinen wird. „ Auf den abgeschickten Fotografien befinden sich nicht nur die Stempel der zuständigen militärischen Truppen, sondern auch die Namen der Soldaten und oftmals interessante Informationen, die sie nach Hause übermittelten," betonte Filip. Diese Ausgaben avancieren dadurch zu höchst wertvollen historischen Dokumenten.

Der Kaiser in Brünn

Die ältesten Aufnahmen im Buch tragen das Datum 1892, als Kaiser Franz Josef I. am IV. österreichischen Vereinsschießen in Brünn teilnahm. Die jüngsten Abbildungen fallen dem hingegen in die letzten Tage des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918. „Wir haben beispielsweise die Postkarte des Gebäudes der deutschen höheren Mädchenschule in der Straße Deblínská ulice abgedruckt, in der ein Militärkrankenhaus eingerichtet wurde," bemerkte Filip. Das heute nicht mehr existierende Gebäude stand genau an der Stelle des heutigen Janáček-Theaters. Eine andere Besonderheit sind die Fotografien direkt von der Front oder beispielsweise die Aufnahme, die den Bildhauer František Fabiánek bei seiner Arbeit an der monumentalen Statue des Kaisers zeigt, die zu dessen Geburtstag im Jahr 1916 im Brünner Barackenkrankenhaus enthüllt wurde.

Laufende Nummer 2547

„Es gibt eine unglaubliche Anzahl von Postkarten und Fotografien vom Militär in Brünn, sie alle sind durchwegs sehr interessant," sagt der Verleger Filip. Er selbst besitzt mit mehr als zehntausend Stück die größte Sammlung von Brünner Postkarten, welche den Grundstock der herausgegebenen Bücher repräsentiert. Filip nummeriert seit dem ersten Band durchgehend die vorgedruckten Postkarten. Jetzt erschien die Nummer 2547 der publizierten Aufnahmen. Alle diese Bilder absolvierten den Postweg. Die Postkarten von der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert können in der Tat als einzigartige Dokumente des zeitgenössischen Lebens und wohl auch der Mode verstanden werden. „Später wurden die Ansichten zur langweiligen Angelegenheit und ihre ursprüngliche Bedeutung ging verloren," bedauert Filip. Jetzt trägt er das Material für das Buch „Älteste Fotografien der Stadt Brünn" zusammen. „Wir freuen uns sehr über Leihgaben oder den Verkauf von Materialien bis zum Jahr 1925," fügte der Verleger hinzu. Mehr Informationen unter www.knihyfilip.cz.

04.01.2007 - LUBOŠ MAREČEK - S. 05
Quelle: Regionale Version / Mladá fronta DNES - Süden
Erscheinungsdatum: 21.02.2007

Vydáno: 20.04.2007

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