Rezension (Svět bankovek 58/2005) | Nakladatelství Josef Filip, zal. 1938
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Rezension (Svět bankovek 58/2005)

Ing. Vladimír Filip, Papiergeld 1759-1918, Von Maria Theresia bis Karl I., Edition Mundus Nummorum, Verlag „Josef Filip, gegr. 1938", Brünn 2005, 1. Ausgabe 320 Seiten, 236 Farbtafeln, Farbfoto der Kaiser.

Das Buch in Erzählform, gedruckt auf hochwertigem schweren Kreidepapier, gebunden in schwarzen Buchdeckeln und mit Umschlag ist eine Publikation, die für jeden Papiergeldsammler und Freund des Österreichischen Kaiserreichs ein Muss für seine Bibliothek sein sollte, oder vielleicht könnte es eher neben den Alben seiner Sammlung stehen, denn dieses Buch passt mit seinem Format auch zu ihnen (307x260 mm, z.B. die Mappen Importa haben die Größe 325x270 mm).

Das Buch möchte der breiten Öffentlichkeit die Geschichte um die Entstehung des Papiergelds sowie die historischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge im Territorium des Österreichischen Kaiserreiches bis zu seinem Untergang im Jahr 1918 vor Augen führen. Hier werden zum einen alle Arten des vom Staat herausgegebenen Papiergelds, zum anderen Notgeld, Fälschungen, Zahlungsmittel in Gefangenenlagern, oder einige Wertpapiere der damaligen Zeit in tatsächlicher Größe reproduziert.

Hinsichtlich des Charakters des Papiergelds, der hohen Nominalwerte und der Möglichkeit der Beschädigung treffen wir in privaten und öffentlichen Sammlungen nur selten auf ältere erhalten gebliebene Exemplare und schon gar nicht auf komplette Emissionen. Aus diesem Grund wird es die Nutzer des Buches freuen, dass die Sammlungen, die für die Bildanlage gewonnen werden konnten, zu den vollständigsten und wertvollsten gehören. Neben der eigenen Sammlung des Autors, der sich in den letzten 25 Jahren mit der Notafilie beschäftigt, gelang es dem Autor, viele Fachleute aus dem In- und Ausland für sein Projekt zu begeistern, sie liehen das notwendige Material und leisteten wertvolle Unterstützung. Unter ihnen befinden sich auch die Mitglieder des IBNS aus Brünn Martin Klim und Luděk Vostál, sowie der Autor des Standardkatalogs des tschechoslowakischen Papiergelds Jan Bajer und der Autor des Katalogs des österreichischen Papiergelds Rudolf Richter aus Salzburg. Nicht zu vergessen der frühere Direktor des Mährischen Landesmuseums in Brünn Professor Jiří Sejbal, ihm hat der Autor das Buch gewidmet.

Einige Banknoten oder Staatspapiergelder waren trotzdem nicht auffindbar, doch ihre Existenz ist aus kaiserlichen Patenten und Verordnungen bekannt. Diese Lücken füllte der Autor mit Rekonstruktionen, auf die er im Text mit der Abkürzung REC hinweist.

Interessant ist auch das Ergebnis der Nachforschungen des Autors bezüglich des Vorhandenseins österreichischer Papierzahlungsmittel. Der Schein aus dem Jahr 1759 ist in keinem einzigen Original bekannt, aus der ersten Emission der Bankozettel aus dem Jahr 1762 blieb ein einziges beschädigtes Exemplar mit dem niedrigsten Nominalwert und aus der zweiten Emission weniger als zehn Originale niedrigerer Nominalwerte erhalten. Die Qualität der zeitgenössischen Unterlagen für die Rekonstruktion und die heutigen technischen Möglichkeiten lieferten die Garantie dafür, das zwischen der Reproduktion des Originals und der Rekonstruktion nur unmerkliche Unterschiede auftreten.

Die begleitenden Texte der Publikation haben die Aufgabe, die abgebildeten Zahlungsmittel in den historischen und wirtschaftlichen Kontext zu setzen. Es handelt sich einerseits um Informationen über die Umstände der Entstehung dieser Zahlungsmittel und andererseits um die Auswahl von Preisrelationen im jeweiligen Zeitraum, also von Löhnen und Warenpreisen, und zuweilen auch mit Bezug auf bekannte Persönlichkeiten.

Ing. Evžen Škňouřil

Erscheinungsdatum: 06.04.2006

Vydáno: 20.04.2007

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